2. Preis (1009)

Architektur:
Hascher Jehle Design GmbH, Berlin mit ASSMANN BERATEN+PLANEN GmbH, Dortmund

Freianlagen:
Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten Part GmbH, Esslingen am Neckar

Tragwerksplanung:
ASSMANN BERATEN+PLANEN, Dortmund

TGA:
ASSMANN BERATEN+PLANEN, Dortmund
 

Erläuterungen

Das Gebäude öffnet sich zum Campusplatz und formuliert mit einer Terrasse den Abschluss zum Platz. Hier sind die Cafeteria und Ausstellungsflächen verortet. Das Foyer verbindet über eine Diagonalbewegung den Campusplatz mit der nördlichen Ecke. Zentrum des Lehr- und Hörsaalgebäudes bilden die offenen Lernlandschaften, die von Seminar-, Lehrräumen und privateren/ruhigeren Lernzonen umschlossen werden. Die theoretische medizinischen Lehre bildet sich vom Erdgeschoss bis in das 2. Obergeschoss ab. Das 3. Obergeschoss ist der praktischen medizinischen Lehre vorbehalten. Die vier Praktikumslabore sind über einen internen Flur räumlich entkoppelt. Im gestaffelten 4.OG befinden sich die Büroflächen des Dekanats und die Bereiche der Fachschaft. Der Campus-Platz wird in einen Campus-Garten und einen urbanen Platz mit Wasserspiel unterteilt. Beide Bereiche sind durch “Klimabäume” begrünt.

Beurteilung (Auszug)

In Anlehnung an den Masterplan sieht der Entwurf einen abgerundeten Solitär an der Nord-Ost-Ecke des Campus vor. Dieser neue Stadtbaustein wird an dieser Stelle positiv bewertet. Die Erschließung von der Straßenkreuzung aus ermöglicht eine flüssige Durchwegung zum Campusplatz und offenbart die klare Strukturierung der inneren Organisation des Gebäudes, die sehr gut nachzuvollziehen ist, wiewohl nur das südliche Treppenhaus deutlich in Erscheinung tritt. Der Versatz des EG-Grundrisses im Süden fasst auch für den Interimszustand den Vorplatz für den Eingang von Campusseite. Diese Berücksichtigung wird von der Jury gewürdigt.

Das Preisgericht bemerkt außerdem positiv die freundliche Anmutung der Fassade, sowohl in Material als auch Struktur, bemängelt aber den unerwartet geschlossenen Sockelbereich zum Campusplatz nach Süd-Osten. Insgesamt bleibt die architektonische Anmutung für das zu planende Lerngebäude hinter den Erwartungen zurück und die qualitätsvolle Nutzung der prominenten Terrasse im 1. OG wird in Frage gestellt.

Die Anforderungen an die Funktionalität wurden weitestgehend erfüllt und die Raumproportionen positiv gewertet. Die baurechtlichen Anforderungen an die Fluchtwege scheinen nicht erkennbar gelöst zu sein. Sehr wohlwollend wird der Vorschlag der gut belichteten und übersichtlichen Lernbereiche um den vertikalen Luftraum wahrgenommen. Insgesamt ist der neue Baukörper relativ kompakt und erfüllt in Hinblick auf Nachhaltigkeit weitestgehend die von der Ausloberin formulierten Anforderungen.