Anerkennung (1013)

Architektur:
Sauerbruch Hutton Gesellschaft v. Architekten mbH, Berlin mit
INNIUS RR GmbH, Rosbach

Freianlagen:
SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin

Tragwerksplanung:
schlaich bergermann partner - sbp gmbh, Berlin

TGA:
INNIUS RR GmbH, Rosbach v.d.H.

Weitere Fachplaner:
HHP West Beratende Ingenieure GmbH, Bielefeld
 

Erläuterungen

Auf der Südseite öffnet sich das Lerngebäude über die volle Fassadenlänge zum neuen Campusplatz, der sich im Gebäude in den Foyers, der Cafeteria und den offenen Lernbereichen fortsetzt. Die großen Hörsäle und der PC-Prüfungspool befinden sich im UG. Das Foyer setzt sich in einem in den Campusplatz eingeschnittenen Gartenhof nach Süden in den Außenbereich fort. Die Lernbereiche entwickeln sich vom EG ausgehend über breite Freitreppen weiter bis in das 1. OG. Die Seminarräume und Labore der theoretischen und praktischen Lehre sind im 2. und 3. OG organisiert. Zwei Atrien im Gebäudeinneren belichten das Wegenetz und öffnen Blickbeziehungen. Die diagonale Treppenanlage dient als offene vertikale Verbindung. Der Lehrbereich ist von einer zweiten, transluzenten Fassadenebene aus perforiertem Metall umhüllt. Zwischen der inneren und äußeren Fassade liegt ringförmig ein breiter Umgang. Im Staffelgeschoss befindet sich das Dekanat. Der Campusplatz erhält neue Platzbäume, als übergreifender Belag fungiert Werkstein aus Grauwacke.

Beurteilung (Auszug)

Der Entwurf respektiert das vorgegeben Baufeld, setzt die Haupteingänge richtigerweise vom neu entstehenden campusplatz und schafft die gewünschte Durchquerungsmöglichkeit zur Ecksituation Gleueler Straße - Joseph-Stelzmann-Straße. Allerdings führt der westlich gelegene Zugang zu einer wenig überzeugenden Foyerfläche mit verwinkelter Wegeführung.

Ins Auge fällt die deutlich üppige Kubatur der Arbeit, was nicht zuletzt in der erkennbaren Grundhaltung des Entwurfs mit großzügig bemessenen Flächen für Lernlandschaften begründet ist und welche als eigenständiger, richtungweisender Beitrag gewürdigt werden.

Der Entwurf lässt vielfältige räumliche Beziehungen erahnen, ohne dass deren Tauglichkeit glaubhaft nachgewiesen wird. Es drängt sich vielmehr der Gedanke eines labyrinthischen Fuchsbaus auf, was auf eine schwierige Orientierung im Gebäude hindeutet. Dies trifft leider auch auf die im Ansatz strukturell gedachten, dennoch verschachtelt und wenig klar wirkenden Grundrisse der Obergeschosse zu.

Eine weitere Besonderheit des Entwurfs findet sich in der Positionierung der Hörsäle. Deren Lage im Untergeschoss ist zwar grundsätzlich denkbar, da hier auf Tageslicht verzichtet werden kann, allerdings wirft deren Erschließung erhebliche Fragen auf. So kann insbesondere der dargestellte Graben, welcher zudem noch unglücklich in den campusplatz ausgeweitet wird, in keiner Weise überzeugen.

Die gezeigte Fassade unterstreicht das innenräumliche Entwurfskonzept konsequent und nachvollziehbar, wenngleich die zweite schale aus Metallgitter teilweise auch kritisch hinterfragt und als nicht ausgereift eingeschätzt wird.

Dieser mutige Entwurf bleibt bedauerlicherweise vielfach in Andeutungen und Versprechungen stecken, seine Eigenständigkeit findet jedoch vielfach hohe Anerkennung.